Schlagwort: Erinnerungen

Früher…

..war alles anders. Manches besser, manches schlechter. Oder? Aber anders auf jeden Fall. Irgendwie werde ich der letzten Zeit immer öfter an früher erinnert. Und dann hat noch die liebe Christina auf ihrem Blog Mamlo Connection zum Erfahrungsaustausch aufgerufen! Na, dann überlegt mal mit…

„Kommse mit anne Bude“ wie bei Christina im Pott hieß es in meiner Heimat zwar nicht, aber natürlich bin ich auch einfach bei den Nachbarskindern klingeln gegangen und wir waren eine große Gang auf der Strasse. Ich hatte ein Bonanzarad. In orange. Du glaubst es nicht, was? Wir sind immer herumgestrolcht. Durch wilde Gärten, an der Eisenbahnlinie entlang, mal hier, mal da. Haben eine Bretterbude gebaut und – ich muss meine Mama nochmal fragen, ob das wirklich so war- kamen erst bei Dämmerung nach Hause. Nicht wie heute, alles durchgeplant, erst zum Tennis, dann noch Hausaufgaben und noch Klavier üben (obwohl mir meine Töchter DAFÜR ja später dankbar sein werden, da bin ich sicher) . Zweimal die Woche zum Ballett, das war’s. Mehr war nicht drin. Auch ok!

Auf dem Gymnasium hatten wir Samstags Schule. Dafür aber in der Woche schon um 12.15 Uhr Schule aus, in der 8. Klasse! Um 14.30 Uhr habe ich mich dann zu Teeniezeiten schon wieder in der (Klein-) Stadt an der Post getroffen, um diverse Runden durch die Strassen zu drehen und Jungs auf 80ern hinterher zu schauen. Später sass man dann auch schon mal hintendrauf Klar, mit Helm. Im Gegensatz zum Fahrradhelm- der war anscheinend noch nicht erfunden. Und ab wann gab’s denn eigentlich Gurte hinten im Auto? Oder gar Kindersitze? Und mein Papa hat im Auto geraucht! HB, die ich auch ab und zu für ihn am Automaten geholt hab. Kosteten glaub ich 3 Mark. Und der Sprit kostete unter 1 (in Worten: EINER) Mark an der Tankstelle!

schnurtelefon

Zurück zu den Jungs… Wenn man dann auf den Anruf einer dieser Jungs wartete… Das erzähle ich ja immer wieder gern. Besonders gerade meiner Großen, die kürzlich What’s app entdeckt hat und jetzt permanent schreibt. Irgendwer schreibt immer zurück. Oder Felix, der meine Seite programmiert hat und der sein Festnetztelefon erst einstöpseln muss, wenn ich (oder seine Mutter) ihn darauf anrufen will. (Die jungen Leute von heute kommen wohl nicht auf die Idee. Dabei kann man doch so ein blödes I-Phone nun wirklich nicht einklemmen und dann beim Telefonieren kochen, Unkraut zupfen oä. Oder?) Zurück zu früher. Zum Schnurtelefon. Ja, mit dem Apparat konnte man nicht rumlaufen (und dann wahrscheinlich auch nicht beim Telefonieren kochen, oder Mama?). Ein Riesenfortschritt war dann schon eine lange Schnur, dann konnte man sich zumindest in den Flur verkrümeln und nicht jedes Familienmitglied hörte mit. Was kostete denn damals eigentlich eine Minute? Meine Mama hat jedenfalls des öfteren mal auf die Uhr gezeigt… Und wenn das Telefon nicht geklingelt hat. Und man daneben sass und wartete. WARTETE. War das schrecklich. Und man zwischendurch mal den Hörer abhob, ob es denn auch funktioniert… Später, viel später dann in meiner Studentenwohnung: mein erster Anrufbeantworter. Diese Freiheit! Das Haus verlassen und keinen Anruf verpassen! Herrlich.
Mit dem Telefon konnte man auch keine Musik hören. Wenn man sein Lieblingslied hören wollte, musste man schon vor dem Radio liegen und warten (wir haben anscheinend recht viel gewartet zu dieser Zeit…) bis Mal Sondock’s Hitparade kam und dann hoffen, dass man es ohne allzu viel Gequatsche des Moderators auf seine Kassette aufnehmen konnte. Die dann hoffentlich lange ohne Bandsalat das viele Zurückspulen überlebte. Englische Liedtexte hab ich mir damals mühsam aufgeschrieben und dann übersetzt. Auch etwas einfacher heute Aber Spass hat’s mir gemacht.

poesiealbum

Beim Klassentreffen kürzlich -25 Jahre Abi!!- haben wir natürlich alle zusammen stundenlang in Erinnerungen geschwelgt. Irre, was die anderen alles noch wussten!
Wir haben in der 5. Klasse Bilder von Königin Silvia und vom Papst gesammelt und in mit Glanzbildern verzierte Poesiealben statt in Freundebücher geschrieben.
Wir hatten riesige Schulterpolster und Vanilla-Hosen. (Leider weiß keiner mehr, wie der Laden auf der Ecke Römerstrasse/Gr. Rurstrasse hieß. Der mit der roten Tür, wo es eben diese Hosen gab. Oder pastellgelbe Nietengürtel.)
Nach meiner ersten Minipli-Dauerwelle sass ich in der Schule unterm Tisch und traute mich nicht raus.
Wir haben Schneider-Bücher gelesen. Stapelweise. Ich liebte Berte Bratt. Stehen immer noch hier im Regal- ob meine Töchter die eines Tages lesen? Lara kommt ja jetzt ins passende Alter…

schneiderbuch

Wir haben Aerobic gemacht mit Jane Fonda, und die ganzen Sommerferien im Freibad verbracht.
Im Kino liefen Terence Hill und Bud Spencer. Und natürlich ET! Nach Hause telefonieren. Wir haben uns schlapp gelacht über Otto. Dort im Grund ja da sitzt der kleine Ottili holladädido holladädidi.

Wie Ihr merkt, komme ich von Hölzchen auf Stöckchen und könnte ewig weiterschreiben. Aber das überlasse ich jetzt Euch. was fällt Euch noch ein?

Liebste Retro-Grüsse von der Yve

Verlinkt mit der Blogparade von Frau Mutter