12 von 12 :: Andere Länder, andere Sitten (life aus Charleston)

Ups, schon wieder ein Monat rum! Heute gibt’s die 12 von 12 bei mir ausnahmsweise mal anders interpretiert, denn leider habe ich kein Foto für Euch. Meine Töchter schämen sich eh schon für mich, wenn ich immer zu alles knipse. Daher heute 12 Fakten- eine bunt gemischte Liste zum Thema „Andere Länder, andere Sitten“. Aus dem Leben gegriffen, an das wir uns hier gerade gewöhnen. Denn: vieles ist gleich, aber vieles ist doch auch ganz anders!

1.Herrlich, man kann auch sonntags einkaufen (Und spätabends. Und nachts. 24 Stunden eben.) Das kommt mir sehr gelegen, ich bin so schlecht beim Planen, was wir kochen und was wir dafür brauchenn. Ja, das sollte ich mal ändern. Muss ich hier dann ja aber nicht! Sonntags einkaufen konnten wir damals auch in Aachen (mal schnell über die Grenze nach Holland) und in Frankreich, zumindest vormittags. Tja sorry, Dortmund- da schneidest du echt am schlechtesten ab…

2. Hier gebe ich meinen Kindern doch tatsächlich Chips oder Popcorn mit in die Schule. Was soll ich machen? Man muss sich anpassen… Wenn das Frau Kliesch wüsste (liebe Grüße, wenn Sie das jetzt lesen! ) Die Snacks werden sogar während des Unterrichts gegessen, ich glaube, immer in der 3. Stunde.

3. Jeden Morgen singen die Mädels in der Schule die amerikanische Nationalhymne und sprechen den Fahnenschwur. Krass, oder? Kann man sich ja als Deutscher nicht vorstellen. Eigentlich auch ein bißchen schade, finde ich. So ein bißchen Nationalstolz schweisst doch zusammen.

4. Beim Tanken muss man erst reingehn und bezahlen und darf dann erst tanken. Und während des Tankens läuft an der Tanksäule auf einem kleinen Bildschirm Werbung. Find ich gut, steht man eh immer so blöd rum.

5. Wo wir schon beim Sprit sind- der ist natürlich sensationell günstig mit etwa 45 Cent pro Liter. Ich wiederhole: 0,45 € pro Liter. Ist das unfassbar?
ABER… dafür kann man sich hier eigentlich nichts zu essen leisten. Lebensmittel sind mindestens 2 bis 3 mal so teuer wie bei uns. Discounter gibt es nicht. Ist also quasi so, als würdet man dauernd ins Gourmet-Geschäft gehen. Ein Becher Naturjoghurt (ca. 500 ml) kostet zB 6 Dollar. Auch Obst und Gemüse ist super teuer, obwohl man ja meinen könnte, hier ist es warm und wird sitzen an der Quelle.
Eintritte sind auch quasi unerschwinglich. Am Wochenende waren wir im South Carolina Aquarium in Charleston. Mit 100 $ sind Sie dabei! Wenn Sie noch den 15-minütigen 3d-Film sehen wollen, macht das bitte 130 $. Das Aquarium ist zweifellos schön, aber trotzdem ganz schön happig für einen Sonntagsausflug. Da lob ich mir die Ruhrtopcard
Jaaa, genug geheult jetzt…

6. Ohne Musik und Fernseher geht hier nix. Sogar auf dem Tennisplatz steht ein Riesen-TV und während des ganzen Trainings läuft laute Musik! Lara’s Training (Mannschaftstraining mit 2 Trainern und 8 bis 12 Kindern) dauert immer 2 Stunden. Findet sie super und hätte sie dann gern nächsten Sommer in Deutschland auch. Die Bälle werden nicht bückenderweise gesammelt, sondern im Stehen mit so einem Rohr, das die Bälle „verschluckt“ ( @Olli: weisste Bescheid!)

7. Hier kennt keiner WhatsApp. Könnt Ihr Euch das vorstellen?

8. Hier geht nichts ohne ein Getränk in der Hand. Besonders morgens sieht man keinen Erwachsenen ohne Kaffee- Becher. Die Lehrer, die den Verkehr vor der Schule regeln, haben alle einen und mit der anderen Hand winken sie die Autos hin und her. Wenn es dann noch regnet und sie noch einen Regenschirm halten müssen, wird es schwierig Die Damen tragen übrigens alle Gummistiefel zu kurzen Kleidern/ Röcken – must have!
Aber zurück zu den Bechern: Auf jedem Schreibtisch steht einer und in jedem Auto sind natürlich Becherhalter. Ab mittags kommen dann vermehrt Trinkflaschen zum Einsatz.

9. Nicht wirklich wichtig, aber es freut uns: die Musik im Auto geht erst aus, wenn der Fahrer die Tür öffnet. Also kann man den Motor schon aus machen, wenn man noch das Lied zu Ende hören möchte. Kommt bei uns öfter vor!

10. Die Kinder dürfen in Amerika nicht in die Schule, ohne geimpft zu sein. Da gibt es einen Impfplan und nachdem wird geimpft, komme was wolle. This is law! So hatte Sophie zB schon 4 Polio-Impfungen aus Deutschland- hier braucht man nur 3. Check! Dachte ich. Nee, vonwegen- im Kleingedruckten steht nämlich, daß ein „Shot“ (wie es hier heißt) NACH dem 4. Geburtstag sein muss. Hatte sie nicht. Tja, es tat mir in der Seele weh, aber da musste ich sie tatsächlich nochmal impfen lassen, alle Verhandlungen meinerseits waren vergebens. Ihr wisst schon: „This is law.“

11. Hier gibt’s immer alles im Überfluss und in groß! Das weiß man ja, aber es dann zu erlben ist wieder etwas anderes. Klein und fein ist nicht angesagt. So war Sophie letzte Woche auf einem Geburtstag eingeladen. Eigentlich hat sie mit dem Mädchen nicht viel zu tun, aber sie hat einfach die ganze Klasse eingeladen… Dauer: 1,5 Stunden. Die Mütter sind alle dageblieben, dann konnte ich auch schlecht gehen Es gab tonnenweise essen und den Kindern wurde alles auf einmal serviert: Pizza, Cupcake und Eis. Na, dann könnt Ihr Euch ja vorstellen, wieviel weggeworfen wurde. Und der Geschenketisch sah aus wie Weihnachten in einem Kaufhaus!

12. Hier wird alles gefeiert und alles ist HAPPY. So wird einem am Freitag Morgen schon „Happy friday“ gewünscht und nachmittags dann natürlich „Happy weekend“. Freitags morgens machen die Kids in der Schule den Freitagstanz und freuen sich! Nett, oder?
Und da morgen Freitag ist, und dann auch noch der 13., wünsch ich Euch auch schon mal Happy Friday! Ich schlafe ja schließlich auch noch, wenn Ihr morgen früh aufsteht. Tanzt doch auch mal am Morgen zur Einstimmung ins Wochenende. (Das Bild dürft Ihr gern weiterverwenden, bei Insta bitte mit #engelundbanditen.)

happy-friday-e+b-black

So, ein Dutzend voll. Zu den ganzen Besonderheiten in der Schule werde ich nochmal einen extra Beitrag schreiben, das sprengt hier den Rahmen. Wollt Ihr?

Have a nice day! Yvette

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank für Deine Einblicke. Also Werbung beim Tanken finde ich auch doof … ich musste schmunzeln, denn ich denke auch immer darüber nach, wie doof Frau doch da steht und wartet

    Ich wusste gar nicht, dass Du aus Dortmund kommst. Ist ja quasi hier umme Ecke. Bleibt Ihr länger in Charleston?

    Ich wünsche Dir einen schönen Abend.

    Alles Liebe aus dem Sauerland,
    Ute

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